Episode 3 Vergebung lernen
Groll loslassen für seelische Gesundheit
03.03.2026 23 min
Zusammenfassung & Show Notes
Episode 3 – Vergebung lernen: Groll loslassen für seelische Gesundheit
In dieser Folge geht es um eine der kraftvollsten Entscheidungen für unsere innere Heilung: Vergebung.
Unverarbeiteter Groll wirkt wie ein unsichtbares Gift. Er bindet Energie, hält uns innerlich fest und belastet unsere seelische und körperliche Gesundheit. Doch Vergebung bedeutet nicht, Unrecht gutzuheißen oder Geschehenes zu verharmlosen. Vergebung ist ein bewusster Schritt in die Freiheit – für uns selbst.
Du erfährst:
- warum Groll uns innerlich krank machen kann
- weshalb Vergebung keine Gefühlssache, sondern eine Entscheidung ist
- wie Loslassen seelische Entlastung schafft
- und welche ersten praktischen Schritte helfen, innerlich frei zu werden
Diese Episode lädt dich ein, deinen inneren Raum zu klären, alte Verletzungen bewusst anzuschauen und dich für Heilung zu öffnen.
Vergebung ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein Akt innerer Stärke.
https://radio-heilstrom.letscast.fm/
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Episode 3
Vergebung lernen – Groll loslassen für seelische Gesundheit
🎧 Worum geht es in dieser Folge?
Groll ist mehr als nur eine Erinnerung an Verletzung. Er bindet Energie, beeinflusst unser Denken und kann sich langfristig sogar körperlich bemerkbar machen.
In dieser Episode sprechen wir darüber, warum Vergebung kein Gefühl, sondern eine bewusste Entscheidung ist – und wie sie zu innerer Entlastung und seelischer Heilung führen kann.
Vergebung bedeutet nicht, Unrecht gutzuheißen.
Sie bedeutet, sich selbst aus der inneren Gefangenschaft zu befreien.
💡 In dieser Folge erfährst du:
Sie bedeutet, sich selbst aus der inneren Gefangenschaft zu befreien.
💡 In dieser Folge erfährst du:
- Warum unverarbeiteter Groll unsere seelische Gesundheit belastet
- Wie emotionale Spannungen sich auf Körper und Gedanken auswirken können
- Warum Vergebung ein aktiver Schritt ist – kein spontanes Gefühl
- Welche inneren Prozesse beim Loslassen stattfinden
- Erste praktische Impulse für deinen persönlichen Weg zur Vergebung
🧭 Impulse zur Reflexion
- Gibt es Situationen oder Menschen, an die du noch mit innerer Spannung denkst?
- Was hält dich bisher davon ab, loszulassen?
- Was würde sich in deinem Leben verändern, wenn du innerlich frei wirst?
🌿 Kerngedanke der Episode
Vergebung ist kein Geschenk an den anderen.
Vergebung ist ein Geschenk an dich selbst.
Vergebung ist ein Geschenk an dich selbst.
🔔 Nächste Episode
In der kommenden Folge geht es darum, wie Glaube und Vertrauen helfen können, Sorgen aktiv zu begegnen – und innere Stabilität aufzubauen.
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Transkript
Willkommen bei Radio Heilstrom, ein Raum für innere Ruhe, für Klarheit und für neue Ordnung
in deinem Inneren.
Hier verbinden sich Körper, Seele und Geist, hier darf Heilung wachsen, durch Erkenntnis,
durch Liebe, durch bewusste Ausrichtung, nimm dir diesen Moment, atme ein und wieder aus.
Und nun beginnt unsere heutige Episode, denn Heilung beginnt innen und wirkt nach außen.
Willkommen zu unserer heutigen Entdeckungsreise, schön, dass du wieder mit uns am Tisch sitzt.
Hallo, auch von meiner Seite.
Wenn du dich in letzter Zeit mal gefragt hast, wie du alten mentalen Ballast irgendwie los werden kannst.
Und um diese berühmten, unsichtbaren Rucksacke voller Groll.
Genau die, die wir ja alle irgendwie mit uns herum schleppen.
Dann bist du heute hier wirklich genau richtig.
Absolut.
Wir haben für diese Session nämlich eine ziemlich unkonventionelle Quelle vor uns liegen.
Das kann man laut sagen.
Unsere Mission heute ist, wir sezieren ein Skript aus einem Programm, das nennt sich Radio Heilstrom.
Konkret ist, dass die dritte Ausgabe mit dem Titel "Vergebung und Befreiung".
Richtig.
Und ich nehme es gleich mal vorweckt, dass Material, das wir hier vorliegen haben,
das stellt so unser alltägliches Verständnis von Gerechtigkeit und Versöhnung ziemlich auf den Kopf, oder?
Oh ja, das tut es, es geht direkt an die Substanz.
Stell dir für den Anfang einfach mal folgende Frage.
Was, wenn Vergebung absolut nichts aber auch gar nichts mit der Person zu tun hat, die dich verletzt hat?
Das ist ein starker Gedanke.
Ja.
Und was, wenn Vergebung im Grunde ein rein egoistischer Akt deiner eigenen, ganz persönlichen Befreiung ist?
Das ist wirklich ein hervorragender Ausgangspunkt, um sich diesem Material zu nähern.
Genau diese Verschiebung der Perspektive.
Das ist der Kern dieses Textes.
Wie analysieren heute, wie in dieser Quelle, spirituelle und psychologische Konzepte sehr, sehr eng miteinander verwoben werden?
Um eben diese tiefen mentalen Blockaden zu lösen?
Ja.
Und die zentrale und vielleicht auch provokanteste These des gesamten Skrips lautet nämlich?
Vergebung ist keine Gefühlsfrage.
Und genau da musste ich beim Lesen wirklich erstmal innehalten.
Das dachte ich mir.
Das war für mich der erste große Bruch, mit dem, was man normalerweise so in der Gesellschaft hört.
Ja, man associiert Vergebung ja immer mit einem bestimmten Gefühl.
Genau, aber der Text argumentiert, man müsse Vergebung eben nicht fühlen.
Man müsse sich lediglich dafür entscheiden.
Ein reiner Willensakt.
Bevor wir diesen Gedanken jetzt im Detail auseinandernehmen,
vielleicht noch ein kurzer Rahmen für dich als Zuhörer, damit wir das richtig einordnen.
Ganz wichtig, ja.
Es geht uns bei dieser Analyse heute nicht darum, einer bestimmten religiösen Überzeugung zuzustimmen oder die zu propagieren.
Nein, überhaupt nicht.
Die Quelle arbeitet zwar intensiv mit christlichen und spirituellen Texten, zitiert Mystiker und Prediger.
Aber wir betrachten diese ganzen hochinteressanten Denkanstöße hier völlig neutral.
Genau, wir schauen uns das quasi von außen an.
Ihr aus dieser doch sehr speziellen Perspektive, für den Umgang mit unseren eigenen Emotionen lernen können.
Richtig, es geht um den pragmatischen Nutzen für den Alltag.
Also, steigen wir direkt ein.
Der Text spricht immer wieder von einem so genannten Heilstrom Gottes.
Was genau ist denn jetzt das Problem, das hier laut der Quelle überhaupt gelöst werden muss?
Also wenn man das Konzept dieses Heilstroms mal betrachten, dann geht es im Kern ganz simpel um blockierte Energie.
Okay.
Der Text beginnt mit einer sehr klaren, fast schon klinischen Diagnose.
Wer verletzt wurde, trägt oft unbewusst Lasten aus, Bitterkeit oder Grollen mit sich herum.
Was ja völlig menschlich ist?
Absolut.
Aber das Entscheidende ist, wie diese Gefühle hier in dem Text bewertet werden.
Diese unaufgelösten Konflikte sind laut der Quelle nicht einfach nur irgendwelche passiven Erinnerungen.
Die irgendwo hinten in einer Ecke vom Gehirn verstauben?
Ganz genau.
Nein.
Die sind hochaktiv.
Die binden kontinuierlich Energie.
Wahnsinn.
Die Analogie, die der Text da verwendet, ist die eines blockierten Flusses.
Diese Bitterkeit wirkt wie ein massiver Staudam, der diesen Heilstrom komplett blockiert.
Und das lässt sich ja eigentlich auch wunderbar auf eine reinen psychologische oder sogar biologische Ebene übersetzen, oder?
Ja, zu 100%.
Wenn wir das spirituelle Vokabular mal für einen Moment bei Seite legen und durch eine psychologische Brille schauen,
dann beschreibt der Text exakt das, was die moderne Stressforschung heute sagt.
Das Groll uns innerlich aufrüst.
Groll verbraucht enorme innere Kapazitäten.
Wenn wir ruminieren, also vergangenes, immer und immer wieder gedanklich durchkauen.
Das ist ständige Gedankenkarusel.
Genau das.
Dann schüttet der Körper Stressformone wie Cortisol aus.
Das sympathische Nervensystem bleibt dauerhaft aktiviert.
Man ist also ständig auf auf 180, ohne es zu merken.
Richtig.
Wir befinden uns in einer ständigen, leichten Kampf- oder Fluchtbereitschaft.
Dieser Groll hindert uns dann buchstäblich daran, frei zu atmen
und wieder Textes eben formuliert, Heilung zu erfahren.
Das bringt mich direkt zu einer Definition im Text,
die wir unbedingt klarstellen müssen für heute.
Ja, die ist essenziell.
Denn wenn man hört, du musst vergeben, um frei zu sein,
dann schreit ihr oft alles in einem auf.
Natürlich.
Da kommt sofort der Gedanke, aber der andere hat doch einen Fehler gemacht.
Warum soll ich ihm jetzt den Gefallen tun?
Genau das.
Aber der Text sagt hier sehr deutlich, Vergebung ist nicht gleich
bedeuten mit vergessen.
Richtig.
Es bedeutet eben nicht, dass das, was passiert ist, plötzlich
bin Ordnung oder gerechtfertigt war.
Das ist ein riesiges Missverständnis.
Es ist vielmehr der Moment, an dem wir das Bedürfnis aufgeben,
recht haben zu müssen.
Wir geben den anderen frei.
Und exakt an diesem Punkt führt die Quelle verschiedene
spirituelle Stimmen zusammen, um dieses Konzept des Loslassens greifbar zu machen.
Wer kommt da zum Beispiel vor?
Ein Name der inskript sehr prominent auftaucht ist Bertha Dudde.
Ah ja, die hatten wir da gelesen.
Für den Kontext, sie war eine Frau, die Mitte des 20. Jahrhunderts lebte
und von sich behauptete, so genannte innere Worte
oder eben göttliche Kundgaben zu empfangen.
Okay.
In einer dieser Schriften, die hier zitiert wird, formuliert sie es so.
Vergebung löst die Bindung an das Unvollkommene.
Wow.
Und das ist psychologisch ein extrem tiefer Gedanke.
Weil man sich durch den Gräug quasi selber an die Tat
und an den Täter kettet.
Exakt das.
So lange du nicht vergiebst, so dieses Konzept,
hältst du nicht nur den anderen in einem mentalen Gefängnis.
Sondern du bist dann eigener Gefängniswärter.
Richtig.
Du bindest dich regelrecht an den Schmerz
und an die Unvollkommenheit der damaligen Situation.
Du weigerst dich weiterzuentwickeln,
weil du mental in genau dem Moment der Verletzung feststeckst.
Und in dem Text wird ja auch eine ganz spezifische Kundgabe
von dieser Bertha duddezitiert.
Die Nummer vier, fünf, zwei, acht glaube ich.
Genau die.
Und da wird's dann fimmlich radikal.
Da wird nämlich eine Bedingung gestellt,
die man, finde ich, erst mal schlucken muss.
Das stimmt.
Es heißt dort sinngemäß, dass Gott uns unsere Schuld
nur unter der harten Bedingung vergibt,
dass wir auch unseren Schulden anvergeben.
Ein klassisches, sehr strenges Motiv.
Aber was ich daran eigentlich viel spannender fand,
war diese Argumentationskette, die danach aufgebaut wird im Text.
Welche meinst du genau?
Das steht, dass jeder feinselige Gedanke unsererseits
überhaupt nicht geeignet ist,
beim anderen Gegenliebe zu erwecken.
Ah ja.
Wenn man aber dem Feindliebe oder Vergebung entgegenbringt,
weckt das auch in ihm
und jetzt zitiere ich mal Regungen, die zum Guten führen.
Das Prinzip der Resonanz.
Genau.
Das Prinzip ist also Gewalt erzeugt gegen Gewalt,
Groll erzeugt, und nur Vergebung durchbricht diesen toxischen Kreislauf.
Wir sehen hier wirklich ein universelles Prinzip.
Man könnte es auch das Gesetz von Aktion und Reaktion
in der zwischenmenschlichen Psychologienin.
Ja, das trifft es gut.
Und um das nochmals um Dramauern,
bringt der Text eine weitere historische Figur ins Spiel
und zwar Bruno Gröning.
Gröning, ja.
Er war in den 50er Jahren im deutschsprachigen Raum
als sogenannte geistige Heiler extrem bekannt.
Sein Ansatz, der jetzt zitiert wird, lautet,
"Wenn du vergiebst, öffnest du dich für die göttliche Kraft."
Die Bitterkeit weicht und der Heilstrom kann wieder fließen.
Er sieht das also sehr mechanisch.
Gröning betrachtet Vergebung in diesem Skript,
fast wie so ein mechanisches Ventil.
Ein Ventil, das man selber bedienen muss.
Genau.
Solange du an der Bitterkeit festhältst,
drückst du dieses Ventil mit aller Kraft zu.
Und das kostet natürlich extrem viel Kraft.
Das kostet dich unfassbar viel Energie.
Sobald du aber vergiebst und zwar wirklich als innere Entscheidung,
nicht als spontane emotionale Aufwahrlung.
Das ist wichtig, ja.
Dann öffnet sich dieses Ventil, die Bitterkeit weicht,
der ganze Druck fällt ab und die Energie kann wieder frei zirkulieren.
Das wirft für mich aber eine riesige Frage auf.
Ich spiel jetzt einfach mal den Anwalt des Teufels.
Gerne.
Denn ich bin mir sicher, dass du dir uns gerade zuhört,
genau den selben Gedanken hast in diesem Moment.
Wie ist das nicht alles ein bisschen zu einfach gedacht?
Wie meinst du das?
Na ja, wenn mir jemand wirklich etwas unverzeihliches angetan hat.
Also mein Vertrauen so ganz fundamental missbraucht hat.
Dann kann ich doch nicht einfach sagen,
so Ventil auf, ich entscheide mich jetzt mal eben zu vergeben.
Weil der Widerstand zu groß ist.
Richtig, da ist doch ein massiver innerer Widerstand.
Wie geht denn der Text konkret damit um?
Das ist der wahrscheinlich wichtigste Einwand überhaupt bei diesem Thema.
Und die Quelle beantwortet, das in dem sie den Begriff der Vergebung
komplett von der Emotion entkoppelt.
Komplett Trend?
Ja.
Um das zu erklären, zitiert das Script Derek Prince.
Das war ein bekannte internationaler Bibellehrer des 20. Jahrhunderts.
Und seine Aussage dazu ist absolut glasklar.
Er sagt, Vergebung ist eine Entscheidung des Willens.
Okay.
Er argumentiert, solange man sich Weiger zu vergeben, bleibt die Tür verschlossen.
Es ist eben keine diffuse warme Emotion, auf die man irgendwie warten muss,
bis sie einen zufällig mal überkommt.
Sondern ein bewusster Willensakt.
Ganz genau, ein Willensakt.
Aber wie funktioniert das in der Praxis?
Wenn ich den Willens war habe, aber die Wut in mir noch total kocht.
Wenn wir das mal auf moderne psychologische Therapieansätze übertragen,
etwa die kognitive Verhaltenstherapie,
dann kennen wir da das Konzept des Fake It Till You Make It.
Ja, oder der kognitiven Umstrukturierung?
Genau das. Die Grundidee ist, unsere Handlungen und unsere bewussten Entscheidungen
können unseren Emotionen vorausgehen.
Das ist spannend.
Wenn wir warten, bis wir uns nach Vergebung fühlen,
warten wir oft ein ganzes Leben lang,
weil das Ego immer auf Gerechtigkeit pochen wird.
Das Ego will immer gewinnen.
So ist es.
Wenn wir aber die Entscheidung treffen, nach dem Motto,
ich lasse diesen Roll jetzt los.
Auch wenn mein Margen sich gerade noch zusammenkrampft,
dann geben wir dem Gehirn eine neue Richtung vor.
Exakt. Die Emotion zieht dann irgendwann automatisch nach,
weil das Gehirn merkt,
"Oh, wir investieren ja gar keine Energie mehr in diese Verteidigungshaltung."
Ah!
Wir können die Alarmglocken also langsam abstellen.
Das ist ein wirklich faszinierender Gedanke.
Die Entscheidung geht voran, das Gefühl zieht irgendwann hinterher.
Ganz genau.
Um diesen Willensakt zu stützen, zieht der Text dann ja auch noch so klassische,
biblische Texte heran.
Konkret, Ephesa, Kapitel 4, verst 32.
Mhm.
Da heißt es, seit untereinander freudlich und vergebiteinander,
wie auch Gott euch vergeben hat.
Ja.
Und hier liefert der Text eine Synthese,
die für unser Verständnis wirklich absolut zentral ist heute.
Wir vergeben nämlich nicht,
weil der andere ist irgendwie verdient hätte.
Und das ist der große Trugschluss dem fast alle von uns im Alltag erliegen.
Wir denken immer,
der andere muss Reue zeigen.
Er muss sich entschuldigen.
Er muss sich die Vergebung quasi erst verdienen.
Richtig.
Ja, genau.
Wir machen unsere eigene innere Freiheit
vom Verhalten einer Person abhängig,
die uns ja ohnehin schon verletzt hat.
Völlig absurd, eigentlich.
Total.
Der Text sagt aber Clip und klar,
wir vergeben,
weil wir selbst frei werden sollen.
Es nimmt dem Verursacher des Schmerzes
die komplette Macht über unser weiteres Leben.
Das ist der springende Punkt.
Und um dieses Bild der vollkommenen Vergebung noch weiter zu vertiefen,
führt das Clip dann Luisa Pickeretta an.
Wer war das noch gleich?
Eine italienische Müßtikerin und Autoren,
die sehr viel über das Leben
im sogenannten göttlichen Willen geschrieben hat.
Ah, richtig.
Sie beschreibt, wie Gott vergebt.
Und liefert da eine Metaffa,
die wirklich sehr eindrücklich ist.
Sie schreibt,
wer lernt zu vergeben, tut dies ohne Maß
und ohne Erinnerung an das Böse.
Das ist schwer.
Man soll alles, also den ganzen Schmerz und das erlittende Unrecht,
einfach in das Meer der göttlichen Barmherzigkeit fallen lassen.
Ein Ozean, der einfach alles schluckt.
Das ist ein unheimlich weites, beruhigendes Bild, finde ich.
Ja, sehr kraftvoll.
Wenn man so seine eigenen,
kleinen oder auch großen Konflikte,
gedanklich einfach mal in so einen unendlichen Ozean wirft,
relativiert sich die Schwere ja fast sofort.
Es ist eine extrem kraftvolle Metaffa für diesen Prozess des Loslassens.
Wenn man alles in dieses Meer fallen lässt,
hält die Seele nichts mehr krampfhaft fest.
Dann so beschreibt es der Text,
geschieht Befreiung, leise, aber tief.
Die Seele atmet wieder frei.
Aber und das ist jetzt der entscheidende Punkt.
Das klingt alles nach so einer hohen, fast schon philosophischen Theorie.
Natürlich.
Die große Frage für uns ist doch,
wie kommen wir von dieser spirituellen Flughöhe
jetzt runter in die absolute Praxis?
In den Alltag.
Genau.
Wie macht man das an einem verregneten Dienstag morgen?
Wenn man aufwacht und der Groll über einen Kollegen
oder vielleicht einen alten Freund,
ist plötzlich wieder voll da.
Das ist der Moment,
in dem dieses Skript glücklicherweise wirklich praktisch wird.
Ja, Gott sei Dank.
Es lässt uns mit den Zitaten nicht allein im Regen stehen,
sondern bietet einen sehr konkreten Schritt für Schrittprozess an.
So eine art mentale Übung.
Und der erste Schritt in dieser Übung,
der hat mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht.
Warum?
Man soll sich der ruhig hinsetzen, tief atmen
und dann als allererstes sich selbst vergeben.
Dass der Text genau hier ansetzt,
ist psychologisch überausklug
und zeugt von einem echt tiefen Verständnis der menschlichen Natur.
Jeder von uns kennt das ja.
Du liegst nachts um drei im Bett und plötzlich fällt dir so ein vieler ein,
den du vor fünf Jahren gemacht hast.
Oh ja.
Ein völlig falsches Wort auf einer Party oder eine Situation,
in der du dich einfach nicht gewährt hast.
Und man ärgert sich endlos über sich selbst.
Genau diese nächtlichen Grübelein sind da gemeint.
Sehr oft projizieren wir nämlich die Wut, die wir auf uns selbst haben.
Weil wir was zugelassen haben.
Weil wir eine Situation zugelassen haben,
weil wir naiv waren oder in dem Moment nicht stark genug.
Diese Wut projizieren wir dann auf andere.
Ah.
Der Text schlägt vor, diesen inneren Krieg zuerst zu beenden.
Man soll leise im Herzen sagen, ich vergebe mir.
Ich lasse los.
Ich darf neu beginnen.
Und das Interessante hierbei ist ja der darauf folgende Nachsatz im Skript.
Spüre wie erbarmendig erfüllt und jetzt kommt,
nicht als Entschuldigung, sondern als Heilung.
Richtig.
Nicht als Entschuldigung, sondern als Heilung.
Das finde ich wirklich grandios formuliert.
Es geht also überhaupt nicht darum, sich billig aus der Affäre zu ziehen
oder das eigene Fehlverhalten jetzt einfach wegzulecheln.
Nein, überhaupt nicht.
Es ist keine Aufforderung zur Verantwortungslosigkeit.
Es geht schlicht darum, selbst mit Gefühl zu entwickeln.
Mhm.
Wenn wir uns selbst für unsere Fehler permanent verurteilen,
binden wir unsere emotionale Kapazität komplett.
Wir haben dann gar keine Kraft mehr für anderes.
Genau.
Nur wenn wir diesen inneren Konflikt wirklich befrieden,
haben wir überhaupt die Ressourcen und die nötige Weitsicht,
um auch anderen vergeben zu können.
Und wenn man dann diesen ersten Schritt getan hat,
wenn man sich selbst diesen Raum der Heilung zugestanden hat,
dann geht man im zweiten Schritt zu der Person übergegen,
die man eigentlich diesen Roll hegt.
Der zweite, schwierige Teil.
Und hier kommt jetzt der Sass, den wir vorhin schon kurz angetiesert haben
und der für dich als Zuhörer,
wahrscheinlich der absolut wichtigste Takeaway aus dieser ganzen Quelle ist.
Ja.
Du musst nichts fühlen.
Das steht da wörtlich, du sprichst einfach die Worte.
Diese strikte Entkopplung von Handlung und Gefühl
ist der Schlüsselmechanismus dieser ganzen Übung.
Mhm.
Der vorgeschlagene Satz, den man entsprechend soll lautet,
ich vergebe dir, ich überlasse dich Gott, ich will frei sein
und ich lasse dich frei.
Schauen wir uns mal an, was in diesem Moment psychologisch passiert,
wenn man diese Worte ausspricht.
Auch wenn man sie noch gar nicht so richtig fühlt.
Das ist sehr spannend.
Man deligiert das Problem doch quasi, oder?
Ganz genau.
Ich überlasse dich Gott, bedeutet im secularen Sinne einfach,
ich übergebe dieses Bedürfnis nach Gerechtigkeit, nach Ausgleich oder nach Rache,
an eine Instanz außerhalb meiner Selbst.
Sei das nun das Universum, das Schicksal, das Rechtssystem oder eben Gott.
Völlig egal.
Man sagt damit, es ist nicht mehr mein Job, dich zu bestrafen
oder auf deine Einsicht zu warten.
Das ist extrem befreund.
Man entlässt den anderen aus dem eigenen mentalen Gefängnis,
um eben selbst durch die offene Tür gehen zu können.
Und das bewusste sprechen dieser Worte,
nutzt die Prinzipien der Neuroplastizität im Gehirn.
Wie das?
Indem wir ein neues Narrativ formulieren, also ich will frei sein,
banen wir im Gehirn neue Wege.
Abseits dieser alten, ausgetretenen Fade von Wut und Hilflosigkeit.
Der Text nutzt dann wieder so ein sehr schönes visuelles Bild,
um diesen Prozess auch greifbar zu machen.
Man soll tief Atmen und sich vorstellen, wie man die schwere Los lässt,
wie Blätter, die der Winter von trägt.
Ein sehr schönes Bild.
Stell dir das mal vor.
Du hältst so trockene Wege, Blätter in der Hand,
die deinen ganzen Gräu repräsentieren.
Du musst sie nicht aktiv wegwerfen oder zerstören.
Du öffnest einfach nur die Hand.
Den Rest macht der Wind.
Es ist eine Haltung des völligen Nicht-Widerstands.
Ja.
Und der Prozess schließt dann mit einer weiteren sehr aktiven Willensentscheidung ab.
Nachdem man die Blätter fliegen lassen,
soll man die Situation gedanklich abgeben
und stillsprechen, Herr, Segne mich und Segner auch den Menschen,
den ich vergeben habe.
Puh, den Menschen zu segnen, der einen verletzt hat.
Das ist aber die absolute Meisterklasse.
Das ist die ultimative Umkehrung der Bitterkeit.
Weil es ihm roll einfach komplett den Nährboden entzieht.
Richtig.
Wenn du jemandem aufrichtig etwas Gutes wünschst,
ist es neurologisch und psychologisch,
fast unmöglich, in dem selben Moment noch zu hassen.
Es ist quasi der ultimative Beweis,
dass dieser Kreislauf wirklich durchbrochen wurde.
Absolut.
Lasst uns das Ganze mal für unseren Alltag bündeln.
Was ist so der Kern, den wir aus dieser Heilstrom-Episode mitnehmen können?
Lasst hören.
Der wichtigste Wert, den du aus dieser Quelle ziehen kannst,
ist die Erkenntnis,
wahre Heilung beginnt fast nie mit so einer weichen, warmen Emotionen der Versöhnung.
Nein, so gut wie nie.
Sie beginnt mit einem harten Schnitt,
mit einer klaren Entscheidung des Verstandes und des Willens.
Vergebung ist kein passiver Zustand, den man erduldet,
sondern ein aktives Werkzeug.
Genau.
Jede geschenkte Vergebung, selbst die rein mechanische,
ist ein Schritt näher zu deinem eigenen Frieden.
Das ist eine wirklich exzellente Zusammenfassung.
Und die Queller lässt uns auch für die Hektik des ganz normalen Alltags nicht im Stich.
Stimmt, da war noch was.
Sie gibt uns am Ende noch einem kleinen, tragtischen Heck mit auf den Weg.
So eine Kurzform der Übung für zwischendurch,
quasi für die rote Ampel oder das Büro.
Wie geht die?
Man immer du im Alltag spürst,
das plötzlicher Ärger, Frustration oder alte Bitterkeit in dir aufsteigen,
retter Text dazu, den Impults sofort zu unterbrechen.
Also gar nicht erst reingehen in das Gefühl.
Genau.
Kurz innerhalten und stillsagen,
her, ich vergebe und ich werde frei.
Dann bewusst tief atmen und wahrnehmen,
wie diese innere Anspannung nachlässt.
Das ist stark.
Der Text verspricht dazu,
denn in jedem Akt der Vergebung fließt Neues Leben.
Ich finde das extrem praktisch,
weil es uns einfach eine Handlungsoption gibt,
wenn wir uns von unseren Gefühlen wieder mal komplett überrollt fühlen.
Es gibt einem die Kontrolle zurück.
Genau.
Bevor wir diese Session für heute schließen,
möchte ich noch ganz kurz erwähnen,
wie es in diesem Programm von Radioheilstrom eigentlich weitergeht.
Das runde das Bild unserer heutigen Quelle noch ein wenig abfindig.
Ja, erzähl mal.
Am Ende des Kripts wird die nächste Episode angekündigt
und die trägt den Titel die Kraft des Glaubens,
wenn Vertrauen Heilung bringt.
Mhm.
Es scheint also, als würde dieses grundlegende Konzept
der bewussten inneren Ausrichtungen dort noch weiter ausgebaut werden.
Das ergibt aus der Logik des Textes heraus auch absolut Sinn.
Wenn man durch diesen Willensakt der Vergebung
die mentalen Blockaden erst mal gelöst hat,
ist der nächste psychologische und spirituelle Schritt
das aktive Vertrauen.
Das da auch was Neues kommt.
Genau.
Aber bleiben wir zum Abschluss vielleicht noch ein Moment
bei dem, was wir heute erarbeitet haben.
Gerne.
Wenn wir all diese philosophischen spirituellen
und psychologischen Perspektiven aus dieser Quelle mal zusammennehmen,
drängt sich mir ein letzter Gedanke auf,
den ich dir draußen am Kopfhörer gerne zur weiteren Reflexion
mit in den Tag geben möchte.
Oh, da bin ich sehr gespannt.
Wir haben ja heute gelernt,
dass Vergebung eine Entscheidung ist, die völlig unabhängig von unseren Gefühlen funktioniert.
Richtig.
Wenn Vergebung, also tatsächlich eine reine, fast schon mechanische Willensentscheidung ist,
für die wir das wohlige Gefühl der Versöhnung gar nicht erst abwarten müssen,
überall die kleinen und großen alltäglichen Frustrationen,
den wir sonst völlig bereitwillig gestatten
und tagelang die Energie zu roben.
Puh.
Ein Gedanke, der die Perspektive wirklich nachhaltig verändern kann.
Danke dir, dass du uns heute so präzise durch dieses viel schichtige Material navigiert hast.
Sehr gerne, es war mir eine Freude.
Und danke an dich fürs Zuhören und mitdenken.
Wir hoffen, du konntest einige wertvolle Impulse für deinen eigenen Alltag mitnehmen.
Bis zum nächsten Mal bei unserer nächsten Entdeckungsreise.
Das war eine weitere Episode von Radio-Hallstrom.
Vielleicht nimmst du heute einen Gedanken mit.
Vielleicht nur ein Gefühl von mehr Klarheit.
Vielleicht einfach einen Moment der Ruhe?
Lasst das Gehörte in dir nachklingen.
Ohne Druck.
Ohne Eile.
Wenn dir diese Folge gut getan hat,
abonnier den Podcast.
Und teile ihn mit Menschen,
denen Heilung und innere Ordnung wichtig sind.
Und vergiss nicht.
Denn Heilung beginnt innen und wirkt nach außen.