Episode 19 Leid mittragen
Wie tätige Liebe innere Wandlung bewirkt
29.04.2026 24 min
Zusammenfassung & Show Notes
🎧 Inhaltsangabe – Episode 19
Leid mittragen – Wie tätige Liebe innere Wandlung bewirkt
In dieser Episode von Radio Heilstrom richtet sich der Blick auf eine oft übersehene, aber zutiefst transformative Wahrheit: Das Leid anderer ist nicht nur eine Herausforderung – sondern auch eine Einladung zur Liebe.
Ausgehend von der Kundgabe wird deutlich, dass der Mensch nicht dazu bestimmt ist, sich vom Leid seiner Mitmenschen abzuwenden, sondern es bewusst wahrzunehmen und mitzutragen. Denn gerade im mitfühlenden Handeln entfaltet sich eine Kraft, die nicht nur dem anderen hilft, sondern auch das eigene Innere verändert.
Die Episode zeigt, dass tätige Liebe mehr ist als ein Gefühl – sie ist ein lebendiger Ausdruck des Glaubens und ein Weg, durch den sich geistige Kraft im Alltag verwirklicht. Wer beginnt, das Leid anderer nicht zu meiden, sondern ihm mit offenem Herzen zu begegnen, wird selbst zum Träger von Licht und Hilfe.
Dabei geht es nicht um große, außergewöhnliche Taten. Oft sind es gerade die kleinen Gesten – ein offenes Ohr, ein aufrichtiges Wort, ein stilles Gebet –, durch die sich Liebe konkret entfaltet und Leid gelindert wird.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der inneren Haltung:
Nicht jedes Leid kann verändert werden – doch jedes Leid kann im Herzen mitgetragen und vor Gott gebracht werden. Auch darin liegt eine tiefe Form der Hilfe und Verbundenheit.
Nicht jedes Leid kann verändert werden – doch jedes Leid kann im Herzen mitgetragen und vor Gott gebracht werden. Auch darin liegt eine tiefe Form der Hilfe und Verbundenheit.
Die Episode lädt dazu ein, den Blick zu öffnen:
für die Not der anderen,
für die eigene Fähigkeit zu helfen,
und für die stille Kraft, die in jeder Tat der Liebe wirkt.
✨ Kernbotschaft:
Liebe wird dort wirksam,
wo der Mensch bereit ist,
das Leid des anderen nicht zu übersehen –
sondern es mitzutragen.
Transkript
Wie oft passiert dir das eigentlich im Alltag?
Mhm.
Du bist morgens auf dem Weg zur Arbeit,
startst auf dein Smartphone und...
Skollst durch die Nachrichten?
Genau, du skollst und wirst färmlich überrollt.
Überall Krisen, Kriege.
Persönliche Schicksalsschlege.
Na ja, die ganze Palette.
Ja, absolut.
Oder du gehst einfach durch die Fußgängerzone an jemandem vorbei,
der offensichtlich in absoluter Not ist,
vielleicht auf der Straße lebt.
Und... was machst du?
Du schaust weg.
Wenn man es halt einfach oft nicht aushält.
Exakt.
Und sein wir ehrlich,
du tust das nicht, weil du ein kaltherziger oder ignoranter Mensch bist.
Du tust es, weil es schlicht und ergreifend zu viel ist.
Mhm.
Wir leiden heute kollektiv an so eine Art Überlastung des Mitgefühls.
Wir fühlen uns von all dem Leid in der Welt komplett überfordert
und frieren emotional einfach ein.
Es ist als sehr guter Punkt dieses emotionale Einfrieren.
Ja, und genau dieses Gefühl ist der Ausgangspunkt
für unsere heutige intensive Betrachtung.
Willkommen zu diesem Deep-Deif.
Schön, dass du dabei bist.
Heute werfen wir nämlich ein Blick auf einen völlig anderen,
tief spirituellen Umgang mit genau dieser scheinbaren Ohnmacht
gegenüber dem Leid anderer.
Richtig.
Und die Texte, in die wir heute eintauchen,
die verlangen von uns einen wirklich radikalen Perspektivenwechsel.
Oh ja.
Es geht hier nämlich nicht um Soziologie oder Psychologie,
sondern um Tiefe müßdig.
Unser Ausgangsmaterial ist heute ein Manuskript
für eine Radiosendung namens "Radio-Heilstrom".
Mhm.
Episode 19, um genau zu sein?
Genau.
Das absolute Herzstück dieses Kripts ist ein Text,
eine sogenannte "Kundgabe von Bertha Dudde",
der exakt auf den dritten Juli 1939 datiert ist.
1939, das ist ja auch historisch gesehen, ein Wahnsinzzeitpunkt.
Absolut.
Kutzt doch Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
Und das wird in unserem Material noch ergänzt
durch eine ziemlich faszinierende Sammlung von Zitaten,
verschiedener christlicher Mystika, Theologen und biblischer Texte,
die alle ein- und dasselbe Phänomen umkreisen.
Genau.
Und das Thema hat es wirklich in sich.
Es geht um das bewusste Mit tragen von Fremdemleid.
Und zwar nicht nur als nette, kleine Alltagsgäste so nach dem Motto.
Ich halte dir mal kurz die Tür auf oder trage deine Einkaufstasche.
Nee, das geht viel weiter.
Ja, diese Texte behaupten etwas viel, viel größeres.
Sie heben das Thema auf eine geradezu kosmische Ebene.
Bevor wir das im Detail zerlegen,
müssen wir aber patzen zu unserer Mission hier
eine sehr wichtige Sache voranstellen,
gerade weil wir uns heute in sehr religiösem
und spirituellem Fahrwasser bewegen.
Mhm.
Ganz wichtiges Thema.
Unser Ziel ist es zu verstehen, wie verschiedene spirituelle Traditionen
dieses Mit tragen von Leid nicht nur als nette Gäste,
sondern als aktive Teilnahme an einem universalen Erlösungswerk betrachten.
Wir agieren hier aber ausdrücklich als neutrale Beobachter.
Richtig.
Wir prädigen nicht und wir machen uns diese spezifischen Theologischen Ansichten.
Die Glaubenssätze oder das Weltbild dieser Quellen auch nicht zu eigen.
Wirdet trachten das eher von außen.
Exakt.
Unsere Mission ist es vielmehr völlig fasziniert und analytisch,
die Ideen mit Taffern und Denkmuster zu untersuchen,
die in diesen Originalquellen stecken.
Wir wollen herausfinden, warum diese Konzepte seit Jahrhunderten
so extrem kraftvoll auf Menschen wirken.
Eine extrem wichtige Einordnung.
Wir sezieren heute quasi die Architektur dieser Ideen.
Okay, lass uns das mal aufdrüsseln.
Beginnen wir direkt mit diesen Text von Bertha Dudde aus dem Jahr 1939.
Gerne.
Für diejenigen, die den Begriff jetzt nicht täglich verwenden.
Eine Kundgabe in diesem Kontext ist ja nicht einfach ein Tagebuch-Eintrag
oder ein Meinungsartikel.
Richtig?
Nein, absolut nicht.
Das wird in diesen Kreisen als ein direkter Geistiger im Puls.
Quasi als eine göttliche Offenbarung verstanden.
Das verleitet den Text für seine Anhänger natürlich eine enorme Autorität.
Der Kerngedanke, der in dieser Kundgabe von 1939 formuliert wird,
nautet, wer das Leid der Mitmenschen will, ich auf die eigenen Schulter nimmt
und es ihnen tragen hilft.
Der nimmt aktiv am Erlösungswerk teil.
Puh.
Das ist schon eine extrem steile Tese.
Es nimmt diese Simple vielleicht sogar banale Handlung der nächsten Liebe
und sagt, hey, du verändest damit nicht nur den Tag dieses einen Menschen.
Du reparierst quasi das Universum.
Ja, und genau da entfaltet der Text seinen faszinierendstes.
Und ich würde sogar sagen, sein provokantes des Argument,
die Quelle spricht hier gewissermaßen vom Paradox und des Leid.
Paradoxern?
Ja.
Es wird ernsthaft argumentiert, dass die Menschheit nur durch das Leid erlöst werden kann.
Wow, okay.
Warum das?
Weil die tätige Liebe, wie es im Text heißt, ansonsten gar kein Betätigungsfeld hätte.
Das ist ein extrem spannender philosophischer Ansatz, wenn man mal darüber nachdenkt.
Stimmt, ja.
Stelle vor, du hast nur unendliche Kapazität für Mitgefühl und Liebe in dir.
Aber du lebst in einer völlig perfekten Welt.
Wo es niemandem schlecht geht.
Genau, niemand ist traurig, niemand ist krank.
Die Liebe wäre quasi arbeitslos.
Wenn es kein Leid gäbe, das nach Linderung verlangt,
könnte die Liebe niemals aus einer abstrakten Emotion heraus
zu einer sichtbaren, greifbaren Tat werden.
Das ist, also das Leid wird in diesem Weltbild also nicht einfach als grausamer Fehler im System betrachtet.
Sondern als die Zwingen notwendige Bedingung dafür,
dass tätige Liebe überhaupt existieren, wachsen und wirken kann.
Aber warte mal kurz, das ist doch ein echt gefährliches philosophisches Fahrwasser,
in das wir uns da begeben.
In die Fern?
Wenn ich das jetzt konsequent zur Ende denke,
bedeutet das dann, wie wir sollten Leid irgendwie gut heißen oder sogar provozieren,
weil es uns die großartige Chance gibt, den Retter zu spielen.
Das klingt ja fast nach einer toxischen Dynamik.
Das ist ein hervorragender Einwand und genau die Clipper an der solche Texte oft missverstanden werden.
Aber wenn wir die Quelle genau lesen, geht es hier definitiv nicht um die Verherrlichung
oder gar die Erschaffung von Leid.
Okay.
Es geht um die Antwort auf das Leid, das in dieser unvollkommenden Welt ohnehin unausweichlich existiert.
Der Text sagt nicht, Leid ist super, macht mehr davon, er sagt, da das Leid nun mal da ist,
ist es der einzige Schmelzziegel, in dem sich echte Liebe beweisen kann.
Ja, verstehe.
Und Dudel wird an dieser Stelle auch sehr direkt und liefert eine gerade zu düstere Warnung.
Die Menschheit, so heißt es da, wendet sich so oft ab,
um das Leid des Mitmenschen nicht sehen zu müssen.
Genau das, was wir ganz am Anfang im Intro beschrieben haben.
Exakt.
Und wer das tut, der verherrtet, laut dieser Lehre, sein eigenes Herz.
Man entfährt sich unendlich weit von seinem eigentlichen Zweck,
nämlich erlösend auf Erden tätig zu sein.
Ja, das ist mir beim Lesen auch sofort ins Auge gesprungen.
Und dann gibt es da dieses eine sehr spezifische Detail, das fast schon bedrohlich wirkt.
Alles, was man auf Erden an Hilfe versäumt, muss man drüben,
im Jenseits unter viel schwereren Bedingungen nachholen.
Ja, das ist heftig.
Das ist mal ein Konzept von radikaler Eigenverantwortung.
Du kannst es problem heute auf der Straße vielleicht ignorieren,
du kannst den Blick senken und weitergehen, aber du end kommst der Aufgabe letztlich nicht.
Es ist wie so eine kosmische Hausaufgabe, die du immer weiter aufschiebst.
Was hier fasziniert ist, ist die absolute Unterenbarkeit von irdischer und geistiger Sphäre,
die in diesem Text aufgebaut wird.
Beides greift wie ein gigantisches Urwerk ineinander.
Es wird beschrieben, dass das Herz dessen, der wirklich zu helfen bereit ist,
sofort intuitiv spüren wird, wo Hilfe von Nöten ist.
Und dann passiert laut Dode etwas erstaunliches.
Jetzt bin ich gespannt.
Wenn ein Mensch auf der Ede seine Komfortzone verlässt, aus liebe Aktiv wird und einspringt,
bekommt er in exakt diesem Millisekund Moment Unterstützung von geistiger Seite.
Krass.
Der Text behauptet, dass geistigen Wesen die Betreuung der Erdenwesen obliegt.
Sobald du also handelst, bist du angeblich nicht mehr allein.
Du bist nur der Funke, der eine riesige Kettenreaktion in der geistigen Welt auslöst.
Geistige und irdische Hilfe verschmelzen in dem Moment deiner Tat zu einer einzigen,
gewaltigen Bewegung der Errettung.
Wow.
Und das ist der Punkt, an dem dieses anfängliche Gefühle Überforderungen,
dass wir alle kennen, plötzlich Risse bekommt.
Ganz genau.
Es nimmt dir als Einzelne im Jahr massiv den Druck von den Schultern,
die Welt ganz allein retten zu müssen.
Wenn du dir vorstellt, dass du diese unsichtbare, geistige Kavalary im Rücken hast,
sobald du nur den ersten winzigen Schritt machst, das ändert alles.
Es macht einen Handlungsfähig?
Richtig.
Und dieser Fokus auf den ersten praktischen Schritt bringt uns direkt zu unserem zweiten großen Themenblock.
Es geht um den Glauben als absolut messbare physische Tat.
Die Begleitmaterialien zu dieser Radiosendung ziehen da nämlich eine beeindruckende Verbindungslinie
durch ganz verschiedene Epochen und Lehren.
Derek Prince, ein bekannter Bibellehrer des 20. Jahrhunderts,
bringt es herrlich trocken auf den Punkt.
Er sagt einfach, Gottes Liebe zeigt sich nicht in Worten, sondern in Taten, Punkt.
Sehr präknend.
Und Franz von Sales, ein französischer Müßdiker aus dem 16. Jahrhundert,
schlägt in genau dieselbe Kerbe.
Er sagt, die Liebe besteht nicht in großen Worten, sondern in kleinen Diensten.
Es ist völlig egal, in welchem Jahrhundert wir uns bewegen.
Die Botschaft ist identisch.
Absolut, wenn wir dieses Prinzip der kleinen Dienste psychologisch und spirituell analysieren,
erkennen wir darin das perfekte Gegenmittel zu der Paralyse unserer modernen Welt.
Der Doomscrolling Paralyse, ja?
Genau.
Es geht in all diesen Lehren explizit nicht darum, dass du morgen dein Job kündigst, dein Hab und Gut verkaufst
und im Alleingang den Weltfrieden herstellst oder den Hunger auf dem Planeten beendest.
Das wäre ja auch völlig absurd.
Eben diese gigantischen abstrakten Ansprüche lernen uns.
Sie führen genau zu diesem Phänomen, bei dem wir nur noch konsumieren, wie schlecht die Welt ist
und dann depressiv auf dem Sofa liegen bleiben.
Stattdessen fokussieren sich Franz von Sales und die anderen auf das Mikroskopische.
Auf die kleinen Dinge.
Auf Geduld und Güte im direkten, unmittelbaren Kontakt mit dem Menschen, der genau jetzt in diesem Moment vor dir steht.
Bruno Gröning, der ja in der Nachkriegszeit als geistiger Heiler extrem populär war, formuliert es in den Unterlagen sehr treffend,
er sagt, wo ein Mensch dem anderen hilft, wirkt Gotteskraft.
Das ist eine wunderbar demokratische Sicht auf Spiritualität finde ich.
Wie meinst du das?
Du brauchst kein Theologiestudium, du brauchst keinen Priesterkragen, du brauchst nur ein wachsames Auge für den Typen neben dir.
Dem Zuhörer wird hier schonungslos klargemacht. Glaube, der sich nur in intellektuellen Konzepten oder schönen Sonntagsgebeten erschafft.
Also Glaube ohne das Risiko des praktischen Mitgefühls bleibt völlig leer.
Leere Worte.
Erst durch die Handlung, durch den Schweiß, den du für jemand anderen vergisst, wird der Glaube überhaupt real.
Glaube, der in die Hände und Füße geht sozusagen.
Ganz genau.
Und hier zeigt sich die Tiefe der Quellen.
Es geht nicht um moralische Überlegenheit, sondern um eine echte Transformation der Realität durch scheinbar banale Handlungen.
Und hier wird es wirklich interessant.
Oh ja.
Denn wenn wir uns anschauen, wie tief diese Transformation gehen soll, stoßen wir auf die Zitate der Mystiker in unseren Dokumenten.
Schmerz und Leid werden hier nicht einfach nur als ein lästiger Störfaktor betrachtet,
dem man mit einer Tablette oder einer schnellen Spende wegmachen muss, Leid wird zu einer Art spiritueller Währung.
Währung ist ein großartiger Begriff dafür.
Die italienische mystikerin Luisa Picaretta bringt das auf eine Art und Weise auf den Punkt, die mir beim Lesen wirklich kurz den Atem geraubt hat.
Sie sagt, dass die Liebe aus jedem Schmerz eine Münze für die Erlösung der Seelen macht.
Eine Münze.
Wahnsinn ja.
Das ist quasi espirituelle Vorläufer von Kripto. Nur, dass der Kurs hier von Empathie und hingewungsvollem Leid bestimmt wird und nicht von irgendwelchen Server fahren.
Ha, das ist ein fantastischer Vergleich.
Und diese Analogie der Münze müssen wir für unseren Zuhörer unbedingt noch präzise ausleuchten.
Normalerweise betrachten wir Schmerz, egal ob physisch oder seelisch, als ein reines Defizit.
Es ist ein schwarzes Loch, das uns Energie, Lebensfreude und Kraft traupt.
Genau, einfach nur negativ.
Luisa Picaretta nimmt diese allgemein gültige menschliche Erfahrung und dreht ihren Wert um 180 Grad.
Schmerz wird hier zum ultimativen spirituellen Reichtum.
Aber, und das ist das alles entscheidende Detail bei ihr, nicht der Schmerz an sich ist wertvoll.
Sondern, ein Schmerz, der in Verbitterung, Zorn oder Hass ertragen wird, bleibt ein schwarzes Loch.
Wertvoll wird er nur dann, wenn er in Liebe für andere getragen oder mitgetragen wird.
Die Liebe ist hier buchstäblich die alchemistische Präge anstalt.
Die Präge anstalt, wow!
Sie nimmt das komplett wertlose, raue Metall des menschlichen Leids, schmilzt es ein und prägt daraus eine glänzende, extrem wertvolle Münze.
Das Leid, das in Liebe angenommen wird, wird zu einem Kanal der Gnade für den Rest der Welt.
Das ist enorm stark.
Und es erinnert mich massiv an einen anderen großen Denker aus unserem Stabel, Thomas von Campen.
In seinem berühmten Werk die Nachfolge Christi, das ja zu den meist gelesenen christlichen Büchern überhaupt gehört, schreibt er,
trage geduldig die Schwächen anderer, so wie du wünscht, dass man deine trägt.
Ein klassischer Satz. Ja, wenn man das schnell liest, klingt das wie ein Netterspruch für einen Abreiskalender.
Aber wenn man das im Alltag mal versucht, merkt man, dass das die absolute Königstdisziplin im zwischenmenschlichen Bereich ist.
Definitiv.
Jemandem beim Umzugkisten schleppen ist das eine.
Aber die nervigen Charakterzüge, die emotionale Instabilität oder die immergleichen Fehler eines Mitmenschen über Jahre hinweg geduldig zu ertragen, ohne zynisch zu werden,
das erfordert eine übermenschliche Kraft.
Da trifft du den Nagel auf den Kopf.
Und damit schlägt Thomas von Campen auch den historischen Bogen direkt zur Bibel zu einem Fers,
der in unsere Manuskript von Radio-Hallstrom ebenfalls als Fundament zitiert wird, Galata 6/2.
Was steht da genau?
Dort heißt es im Original einer Trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Was man bei all diesen extrem dichten Texten, ob von Dudelopeck, Bikaretta, Campen oder eben Paules in der Bibel, zwingend verstehen muss,
ist die innere psychologische Dynamik dieses Prozesses.
Wenn man das leid oder eben auch die nervigen Schwächen eines anderen freiwillig mitträgt, geht es nicht nur darum, das Problem des Leidenden zu lösen.
Oft können wir das ja gar nicht.
Wir können eine chronische Krankheit nicht wegzaubern.
Wir können die Trauer über einen Verlust nicht ausradieren.
Leider nicht nein.
Der Fokus liegt ganz woanders.
Der eigentliche, viel tiefgreifendere Prozess findet im helfenden Selbst statt.
Die Liebe und das bewusste freiwillige Mitragen verändern vor allem das Herztes helfenden.
Das eigene Ego wird abgeschliffen.
Das ist es, was gemeint ist, wenn es heißt, durch diese Tat der Liebe wird der Helfer selbst transformiert und kommt dem göttlichen Näher.
Was uns unweigerlich zu dem Punkt bringt, der für dich, der uns jetzt gerade auf dem Weg zur Arbeit oder beim Kochen zuhört, wahrscheinlich am allerwichtigsten ist, der Praxisteil.
Ganz wichtig, ja?
All diese müßdig, die archäischen Metaphoren von eingeschmolzenem Schmerz, das klingt poetisch und wunderschön.
Aber was zum Teufel bedeutet das für mich an einem verregneten Dienstagmorgen, wenn ich gestresst in der völlig überfüllten U-Bahn-Sitze und eigentlich nur meine Ruhe haben will?
Ha, das klassisch Seminarium.
Genau. Unsere Quelle hat praktischerweise, genau dafür einen kleinen, sehr kompakten Leitfaden integriert, der erstaunlich pragmatisch und niedrigschwellig ansetzt.
Ja, das hat mich bei der Analyse auch überrascht.
Die Quelle bricht diese gigantischen, Theologischen Konzepte in drei sehr gut handhabbare, fast schon unspektakuläre Schritte herunter.
Gehen wir sie mal durch.
Sehr gerne.
Der erste Schritt lautet schlicht und ergreifend, das Leit überhaupt erst einmal wahrnehmen. Alles beginnt mit dem bloßen Hinsehen.
Die Texte fordern uns auf, den Autopiloten auszuschalten und uns bewusst zu fragen, wer in meinem direkten Umfeld braucht eigentlich gerade Hilfe.
Wer ist einsam im Büro? Und ganz besonders wichtig. Wer leidet still?
Weil das lauteste Leit oft nicht das schwerste ist.
Exakt. Das ist das ganz bewusste aktive Gegensteuern, zu dem reflexartigen Wegschauen über das verganzem Anfang unserer Analyse gesprochen haben.
Und der zweite Schritt nimmt dann glücklicherweise sofort wieder diesen extremen Druck aus den Kessel.
Er lautet nämlich kleine Hilfeleisten.
Es müssen wie gesagt keine grandiosen Heldentaten sein, für die du ein Orden bekommst.
Nein, überhaupt nicht.
Manchmal, so suggerieren es diese Lehren, genügt ein offenes Ohr. Echtes, ungeteiltes Zuhören, ohne ständig auf die Uhr zu schauen.
Ein gutes Wort zur rechten Zeit. Oder eine winzige praktische Unterstützung von der niemand sonst erfährt.
Einfach diesem anderen Menschen nonverbal signalisieren, ich sehe dich in deinem Schmerz und du bist heute nicht allein damit.
Ein sehr schöner Gedanke und dann kommt der dritte Schritt.
Und hier bringt die Quelle noch einmal ein Gedanken von Derek Prince in Spiel, den wir unbedingt hervorheben müssen, weil er ein riesiges Problem löst.
Welches, das innere Mit tragen durch Fübete. Denn die logische Frage ist ja, was machst du, wenn du die Situation eines Menschen physisch absolut nicht ändern kannst?
Wenn du bei einem Krankenangehörigen am Bett sitzt und medizinisch machtlos bist. Oder wenn du Nachrichten schaust und das Eland in einem Kriegsgebiet ziehst.
Ja, da fühlt man sich völlig unmächtig.
Derek Prince sagt dazu, der Dienst der Fübete bedeutet oft, die Last eines anderen vor Gott zu tragen.
Das heißt, du nimmst das Leid des anderen geistig mental auf dich.
Die Quelle schlägt hierfür ein fast schon lächerlich einfaches Gebet vor.
Herr, nimm dieses Leid in deine Hände.
Wow.
Das ist hochgradig faszinierend. Denn es definiert Ohnmacht und Machtlosigkeit völlig neu.
Selbst, wenn du im Außen, in der physischen Welt absolut nichts tun kannst, hast du laut dieser Lehre in der geistigen Welt immer noch eine extrem kraftvolle Handlungsmöglichkeit.
Weil das Mitfühlen schon ne Tat ist.
Richtig.
Das Bewusste, empathische Mitfühlen, das Aushalten dieser negativen Emotionen und das Beten ist demnach kein passives Aufgeben, sondern ein hochaktives Mitragen der Last.
Mich begeistert das wirklich sehr. Auch wenn man es mal komplett losgelöst vom religiösen Rahmen betrachtet.
Allein der psychologische Mechanismus, bewusst Raum für den Schmerz eines anderen zu schaffen, anstatt ihn wegzudrücken, ist unglaublich wertvoll für unsere mentale Gesundheit.
Absolut.
Du musst nicht reich sein um einen Unterschied zu machen. Du musst kein politisches Amtinner haben, du musst kein Influencer mit Millionen von Followern sein, um laut diesen Quellen Licht in die Dunkelheit zu bringen.
Ein offenes Ohr reicht schon.
Ein ehrliches, offenes Ohr, eine kleine, unbemerkte Gäste oder eben ein stiller fokussierter Gedanke des Mitgefühls reichen völlig aus, um ein essentielle Teil dieses großen Ganzen zu sein.
Das raubt uns all die bequemen Ausreden, die wir uns selbst so gerne zurechtlegen.
Die Ausreden, warum wir heute angeblich nicht helfen können, weil wir ja angeblich viel zu klein, zu müde oder zu unbedeuten sind.
Wenn wir das mit dem großen Ganzen verbinden, dann offenbar sich uns hier am Ende der absolute Kerngedanke der Episode 19 unserer Originalquelle.
Die zentrale Teese, die all diese radikal unterschiedlichen Zitate von der Bertha Dudekund gaben kurz vor dem Zweiten Weltkrieg über die mittelalterlichen Mystiker, bis hin zu Bruno Gröning und Derek Prince im 20. Jahrhundert, wie ein roter Faden zusammenhält, ist diese.
Ja, die Welt wird niemals durch Macht erlöst, sondern ausschließlich durch Liebe.
Macht es immer nur der Versuchsituationen von außen zu kontrollieren oder zu erzwingen. Liebe aber speziell in Form von tätigem unaufgeregte Mitgefühl und dem freiwilligen Mit tragen von fremden Leid, transformiert die Welt organisch von Innen heraus.
In wunderschönes Bild. Jeden noch so kleine, unsichtbare Tat der Liebe, die vielleicht niemand außer dir bemerkt, bringt Licht in diese Welt und ist zu die Theologische Lesert unseres Textes eine direkte, unersetzliche Teilnahme am Erlösungswerk.
Der Einzelne ist niemals machtlos, solange er noch die Kapazität hat, zu lieben und mitzufüllen.
Es ist ein Gedanke, der nicht nur für diese hochspirituellen Lehren, das Zentrum bildet, sondern der eigentlich das nackte Überlebensfundament für jedes funktionierende menschliche Zusammenleben darstellt.
Ohne das brechen wir als Gesellschaftschlichtwerk auseinander.
Ganz genau.
Und genau hier, bei unserer eigenen, ganz persönlichen Fähigkeit zur Empathie möchte ich ansetzen, für ein letzten weiterführenden Gedanken.
Wir haben vorhin kurz ein sehr spezifisches Zitat von Derek Prince aus unserer Notizen erwähnt, dass ich mir ganz bewusst für unser Finale aufgespart habe, weil es die Perspektive noch einmal komplett dreht.
Da bin ich gespannt.
Er sagt, Gott gebraucht oft unsere Schwachheit und unsere Prüfungen, um uns zu Werkzeugen seines Trostes für andere zu machen.
Ich möchte diesen Satzen nehmen und ihn dir, der du uns jetzt gerade zuhörst, als eine völlig neue Frage für deinen Alltag mitgeben.
Wenn unsere eigenen Schwächen, unsere tiefsten Fehler und die richtig harten Prüfungen, durch die wir im Leben gehen mussten, genau das sind, was uns überhaupt erst befähigt, andere Menschen in ihrer Not wirklich tief gehen zu verstehen und authentisch zu trösten.
Bedeutet das dann nicht eigentlich, dass wir aufhören sollten, unsere eigenen emotionalen Narben krampfhaft vor der Welt zu verstecken?
Ein sehr starker Gedanke.
Was wäre, wenn nicht deine markelosen Stärken, nicht deine Erfolge im Job oder dein sozialer Status, sondern ganz im Gegenteil, genau deine vergangenen, bewältigten Schmerzen, deine allergrößte Qualifikation sind, um heute jemanden das Leben ein kleines bisschen leichter zu machen.
Du, eine wirklich fantastische Frage, die genau ins Zentrum dessen trifft, was wir heute aus diesen tiefgründigen Texten herausgearbeitet haben.
Deine emotionalen Narben, nicht als Markel, der dich disqualifiziert, sondern im Gegenteil, als deine wichtigste Referenz für echte Empathie.
Genau das. Denkt mal in Ruhe darüber nach, wenn du das nächste Mal auf der Straße oder im Büro das drängene Gefühl hast, einfach wegschauen zu wollen.
Das war unsere intensive Betrachtung für heute. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mit uns in diese doch sehr tiefen, mystischen Gewässer abzuthauchen und diese anspruchsvollen Perspektiven zu erkunden.
Ja, danke fürs dabei sein.
Wir hoffen sehr, du nimmst etwas wertvolles für dich und deinen Alltag mit. Bis zum nächsten Deep-Deif, mache es gut und passe auf dich auf.
Auf Wiedersehen und danke fürs Zuhören!
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